Ginkgo in Kunst & Kultur

Der Ginkgo-Baum wird traditionell als heiliger Baum in Tempelanlagen Asiens angepflanzt. Der Ginkgo gilt als Wohnort zahlreicher wundertätiger Geister. Nicht zuletzt wird der Ginkgo als Symbol des Yin und Yang gesehen. Während die Ginkgo-Blätter aufgrund ihres Aussehens das Yin, also Sanftheit, darstellen, gilt die Wuchsform des Ginkgos als Zeichen für das Yang, also für Aktivität.

Entsprechend ist der Weltenbaum Ginkgo schon seit Jahrhunderten in der Kunst Ostasiens präsent. Im Kunsthandwerk wurden Ginkgo-Motive zunächst in Japan verwendet, wo man sie in alten Familienwappen, als Schmuck auf Schwertern und als Verzierung auf Keramiken findet. Zahlreiche japanische Firmen und Institutionen tragen noch heute das Ginkgo-Blatt im Logo.

Auch hierzulande inspirierte der Ginkgo Künstler und Philosophen – darunter Johann Wolfgang von Goethe. Dessen Gedicht »Ginkgo biloba«, 1819 in seiner Sammlung »West-östlicher Divan« veröffentlicht, trug wohl entscheidend zur Bekanntheit des Ginkgos in Deutschland bei. Das Ginkgo-Blatt-Motiv wurde in der Folge zu einem Symbol für Trennung und Paarung sowie Liebe und Freundschaft.

Zahlreiche Künstler des Impressionismus sowie des Jugendstils ließen sich von den Ginkgo-Blättern inspirieren. Dies zeigt sich an vielfältigen Schmuckstücken und Vasen, welche die Form der Ginkgo-Blätter aufgreifen. Auch in der Gegenwart findet der Ginkgo seinen Weg in die Kunst. Die in Fürth wohnende Künstlerin Atsuko Kato widmet sich bereits seit 1986 dem Ginkgo-Blatt. Ölbilder, Lithografien und Fotos dokumentieren, welche Symbolkraft für Leben und Neuanfang sie den Blättern zuschreibt.

Die typische Blattform inspirierte bereits zahlreiche Künstler.