Ursprünglich erstreckte sich das Verbreitungsgebiet des Ginkgo biloba über die gesamte Nordhalbkugel und weit darüber hinaus. Die Eiszeiten überlebte der Ginkgo-Baum jedoch nur in Ostasien. Natürlich kommt der Ginkgo biloba heute nur noch in Tälern des Tien-Mu-Shan-Gebirges in der Zhejiang Provinz vor. Sämtliche außerhalb dieser Region vorkommenden Ginkgo-Bäume wurden von Menschenhand gepflanzt.

Erst im 18. Jahrhundert fand der Ginkgo wieder nach Europa zurück. Der Arzt und Forschungsreisende Engelbert Kaempfer war der erste Europäer, der den Ginkgo-biloba-Baum im Jahre 1712 genau beschrieb und ihn somit unter westlichen Wissenschaftlern bekannt machte. Dabei wurde auch die heute geläufige Bezeichnung geprägt, welche auf einem Irrtum basiert.
Kaempfer bezeichnete die Pflanze bei der Übersetzung fälschlicherweise nicht als Ginkyo, sondern als Ginkgo. Der Botaniker Carl von Linné übernahm dann 1771 Kaempfers Bezeichnung für den wissenschaftlichen Namen Ginkgo biloba.
Von Japan aus gelangten erste Ginkgo-Bäume bereits um 1730 nach Europa. Sie wurden im botanischen Garten der niederländischen Universität Utrecht aufgezogen. Etwa 50 Jahre später wurden Ginkgos unter anderem im botanischen Garten in Mannheim sowie auf dem Weissenstein bei Kassel (Schloss Wilhelmshöhe) gepflanzt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren erste Züchtungsversuche auf deutschem Boden erfolgreich und so konnte man um 1800 im herzoglichen Orangengarten in Belvedere sowie beim Weimarer Hofgärtner bereits Stecklinge für ein bis zwei Taler kaufen. Maßgeblich beteiligt an der »Ginkgo-Manie« in Deutschland war Johann Wolfgang von Goethe. Auf seiner letzten Reise durch die Rhein-Main-Gegend schrieb er 1815 das Gedicht »Ginkgo biloba«, später erschienen in der Sammlung »West-östlicher Divan«.
Den deutschlandweit ältesten Ginkgo wollen gleich mehrere Städte besitzen. Als sicher gilt zumindest, dass die beiden Ginkgos im Schlosspark Harbke in Sachsen-Anhalt und im Frankfurter Stadtteil Rödelheim sehr alt sind.
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