Die Herstellung von EGb 761®

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wurden hauptsächlich die Nüsse des Ginkgo biloba verwendet. Heute werden hingegen einzig die Blätter zur pharmazeutischen Nutzung herangezogen.

Während in vielen pflanzlichen Arzneimitteln nur getrocknete Pflanzenteile oder gar Auszüge daraus enthalten sind, ist die Herstellung eines Spezialextrakts deutlich komplexer. In einem vielstufigen Prozess werden Inhaltsstoffe angereichert, die für die Wirksamkeit bestimmend sind. Durch die höhere Konzentration der Wirkstoffe wird eine geringere Menge desselben Arzneimittels benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Unerwünschte Stoffe werden im Herstellprozess entfernt – das Arzneimittel wird besser verträglich. Durch ständige Kontrollen ist eine gleichbleibende Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe garantiert.

Zuerst wählen wir sorgfältig das pflanzliche Ausgangsmaterial aus. Nachdem die Blätter der Ginkgo-Bäume geerntet wurden, werden sie getrocknet. Anschließend kommen die Ginkgo-Blätter in eine spezielle Drogenmühle, wo sie auf die optimale Korngröße zerkleinert werden. Das organische Lösungsmittel Aceton wird schließlich eingesetzt, um die Inhaltsstoffe der Ginkgo-Blätter im Wirbelstromverfahren zu extrahieren.

Es folgen technisch aufwendige und komplexe Verfahrensschritte, in deren Verlauf die unerwünschten Stoffe aus dem Extrakt entfernt werden. Gewünschte Stoffe, die für die Wirksamkeit wichtig sind, werden hingegen angereichert. Am Ende dieses Vorgangs wird der Extrakt im Vakuumtrockner bei Temperaturen von 40 bis 50 °C schonend getrocknet. Dabei wird auch das Lösungsmittel vollständig entfernt.

Übrig bleibt der standardisierte Ginkgo-biloba-Spezialextrakt EGb 761®, der eigentliche Wirkstoff des Arzneimittels Tebonin®.

Die Extraktionsanlage von Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel in Karlsruhe kann so pro Tag etwa fünf Tonnen Ausgangsmaterial verarbeiten, aus dem 100 Kilogramm Extrakt gewonnen werden.

Die Extraktionsanlage

Computergesteuert werden Hilfsstoffe beigemischt, die einerseits zur Stabilisierung des Medikaments und zur Freisetzung des Wirkstoffs im Körper dienen. Außerdem sind sie notwendig, um das Pressen in Tablettenform zu ermöglichen.

Nach Abschluss des Pressvorgangs werden die Tablettenkerne in einem sogenannten Coater mit einem Schutzfilm aus Zellulose überzogen. Der glatte Überzug, der die Einnahme erleichtert, umgibt die Ginkgo-Tabletten wie ein Film, weshalb sie auch »Filmtabletten« genannt werden.

Schließlich werden die fertigen Tebonin®-Tabletten vollautomatisch in Durchdrückpackungen, sogenannte Blister, verpackt. So findet der Ginkgo dann seinen Weg in die Apotheken.

Das Herstellverfahren von Tebonin® wird ständig weiterentwickelt.