Konzentration ist die Fähigkeit, Aufmerksamkeit absichtlich zu bündeln und dadurch Informationen gezielt aufzunehmen oder zu verarbeiten. Durch die Fokussierung auf bestimmte Aufgaben kann das Gehirn effektiver arbeiten und dabei Unwesentliches ausblenden – vorausgesetzt es steht ausreichend Energie zur Verfügung.

Um geistige Leistung zu erbringen, kommt es auf das Zusammenspiel zwischen kristallisierter (Wissen und Erfahrung) und fluider Intelligenz (mentale Fähigkeit) an. Während unser gesammeltes Wissen einen wertvollen Hintergrund bieten kann, entscheidet schließlich unsere geistige Beweglichkeit darüber, was wir mit diesem Wissen tatsächlich anfangen können.
Die fluide Intelligenz hängt unmittelbar von der Funktion des Arbeitsspeichers ab, dem Kontrollzentrum für Denken, Planen und Handeln. Dieser Dreh- und Angelpunkt mentaler Fitness befindet sich im vorderen Bereich unseres Gehirns (präfrontaler Kortex).
Die Aufgabe des Arbeitsspeichers ist das Strukturieren, Bewerten und Speichern neuer Informationen sowie das Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis. Alles was wir bewusst wahrnehmen und worüber wir nachdenken, läuft über diese Informations-Management-Zentrale. Zur Bewältigung dieser Aufgaben wird viel Energie verbraucht. Diese muss permanent durch die Mitochondrien, die »Kraftwerke« der Nervenzellen, bereitgestellt werden.
Die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen in unserem Gehirn läuft nicht kontinuierlich ab, sondern in relativ kurzen Sequenzen von wenigen Sekunden. Nach etwa fünf bis sechs Sekunden bricht die Informationsaufnahme ab. Das Ergebnis dieser kurzen Arbeit kann zwischengespeichert werden. Diese Begrenztheit der Merkspanne stellt gewissermaßen den Engpass in der Informationsverarbeitung des Gehirns dar. Auch wenn es individuelle Unterschiede gibt, so ist auch für Supergehirne bei neun bis zehn Sekunden die Grenze erreicht.
Die gute Botschaft aber lautet: Die Merkfähigkeit lässt sich trainieren. Zwar kann die Merkspanne nicht beliebig verlängert werden, aber doch spürbar. Ein trainiertes Gehirn kann mehr Informationen auf einmal verarbeiten. Schaltpausen, die den Denkvorgang immer wieder unterbrechen und ausbremsen, werden seltener. Geistige Leistung macht dann weniger Mühe, konzentriertes Arbeiten fällt leichter.
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