Ginkgo – eine einzigartige Pflanze

Ginkgo-Bäume werden bis zu 40 Meter hoch
Ginkgo-Bäume sind einzigartig im Pflanzenreich. Ihre Maße sind beachtlich: Ginkgo-Bäume werden 30 bis 40 Meter hoch, die Krone hat bis zu neun Meter Durchmesser und der Umfang des Stamms beträgt bis zu 13 Metern.

Die Gestalt variiert je nach Geschlecht und Alter des Ginkgo-Baums. Seine Borke ist korkartig, hellbraun bis braun-grau, runzelig und bei alten Bäumen tief gefurcht. Ginkgo wurzelt sehr tief mit einer Pfahlwurzel. Eine sonderbare Eigenschaft des Ginkgo biloba sind Auswüchse (sog. chi-chi, übersetzt: Brüste), die an älteren Bäumen anfangs wie Tropfsteine von den stärkeren Seitenästen herabhängen, um schließlich wie Luftwurzeln bis in den Erdboden hinab zu wachsen.

Die fächerförmigen Blätter des Ginkgos sind fünf bis acht Zentimeter breit und in der Blattmitte eingeschnitten. Sie sind grau-grün bis dunkelgrün im Sommer und nehmen im Herbst oft eine gold-gelbe Farbe an, bevor sie abfallen. Auffällig sind die gabelig verzweigten Blattadern, die Leitgefäße: Zwei parallele Gefäße laufen vom Blattstiel in die beiden Blatthälften und teilen sich immer wieder auf. Die Leitgefäße sind leicht erhoben, sodass das Ginkgo-Blatt gerippt erscheint. Weibliche Ginkgo-Bäume tragen gelbe, etwa 2,5 Zentimeter lange pflaumenartige Samen, die mitunter silbrig glänzen – daher auch der Name „Silberaprikose". Die Samen des Ginkgo enthalten eine Nuss in der Größe einer Pistazie, die von einer fleischigen Samenschale umgeben ist. Die Schale riecht wegen ihres Gehalts an Buttersäure unangenehm ranzig, sobald sie vom Baum gefallen ist und vermodert.

Wild wächst der Ginkgo nur in China

Das fächerförmige Blatt des Ginkgo

Überall auf der Welt wird der Ginkgo als Zier-, Park- und Alleebaum angepflanzt. Der Anbau des Ginkgos zur Nutzung als Heilpflanze findet in großen Plantagen in Frankreich, Japan, Korea, China und den USA statt. Wild wachsend kommt der Ginkgo-Baum nur in China vor.
 

Er wächst dort unterhalb von 2.000 Metern in entlegenen Bergtälern der Zhejiang Provinz im Tian Mu Shan Reservat. Ginkgo bevorzugt sonnige Standorte und sandige, saure Lehmböden. Da er jedoch sehr anpassungsfähig ist, wächst er auch auf nährstoffarmen, schweren Böden und zeigt große Toleranz gegenüber pH-Wert, Hitze, Frost, Schädlingsbefall und anderen Beeinträchtigungen.

Obwohl er im Winter seine Blätter verliert, ist der Ginkgo kein Laubbaum. Der Fächerblatt-Baum zählt (wie die Nadelbäume) zu den Nacktsamern und hat eine eigene Klasse, die Ginkgopsida. Diese Klasse enthält nur eine Ordnung, die Ginkgoales, eine Familie Ginkgoaceae und eine noch vorhandene Gattung Ginkgo mit einer einzigen lebenden Art: Ginkgo biloba.

Im Alter von 20 bis 35 Jahren bildet der Ginkgo-Baum zum ersten Mal Blüten und Samenanlagen aus. Die Bestäubung findet durch den Wind statt: Die Pollenkörner der männlichen Bäume gelangen an der weiblichen Blüte in eine flüssigkeitsgefüllte Pollenkammer. Nach einer längeren Ruhezeit werden frei bewegliche Spermienzellen ausgebildet, die den Weg zu den Eizellen zurücklegen. Zwischen der Bestäubung und der Befruchtung können mehrere Monate liegen.

 

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