Ginkgo – ein ewiger Mythos
Der Ginkgo-Baum stammt ursprünglich aus China
Der Ginkgo-Baum kommt ursprünglich aus China, wo er z.B. in Tempelgärten verehrt wird. In Asien gilt Ginkgo als heiliger Baum und als Symbol für Hoffnung, langes Leben, Fruchtbarkeit, Lebenskraft und Unbesiegbarkeit.
Der „Weltenbaum" Ginkgo ist enorm widerstandsfähig und vital: Er überlebte hunderte Millionen von Jahren, trotzt Bakterien- und Pilzbefall, radioaktiver Strahlung, Feuerstürmen sowie Smog und Streusalz in Städten.
Schier unglaublich die Geschichte des „Atombomben-Ginkgos" von Hiroshima, der 1945 in einem Tempelbereich nahe dem Zentrum der Explosion vollständig verbrannte. Ein wahres Wunder: Bereits im Jahr darauf brachte er wieder neue Triebe hervor.
Ginkgo – die silberne Aprikose
Der Name Ginkgo stammt von dem chinesischen Wort Ginkyo ab, das übersetzt „silberne Aprikose" (von gin = Silber und kyo = Aprikose) bedeutet. Dieser Begriff, so vermutet man, leitet sich von der Latinisierung des chinesischen Ideogramms yin-hsing ab.
Der Arzt und Forschungsreisende Engelbert Kaempfer hat ganz offensichtlich bei der Übersetzung des Namens einen Fehler gemacht und ihn statt Ginkyo als Ginkgo bezeichnet. Kaempfer war der erste Europäer, der den Baum genau beschrieb und damit im Jahr 1712 der westlichen Wissenschaft bekannt machte. Der Botaniker Carl von Linné übernahm dann 1771 Kaempfers Bezeichnung für den wissenschaftlichen Namen Ginkgo biloba. Der Zusatz biloba bedeutet zweilappig, denn so erscheinen die fächerförmigen, mittig gespaltenen Blätter des Ginkgos.
Da die Ginkgo-Blätter den Wedelabschnitten des Venushaar-Farns Adiantum ähneln, tauften die Briten den Ginkgo maidenhair tree, zu Deutsch Mädchenhaarbaum. Die Franzosen und Spanier nennen ihn Vierzig-Taler-Baum – wegen des hohen Preises, der für die ersten von England nach Paris importierten Ginkgos gefordert wurde. In anderen Sprachen ist auch der Name Tausend-Taler-Baum gebräuchlich, eine offenkundige Anspielung auf den Goldregen der goldgelben Ginkgo-Blätter beim herbstlichen Laubfall. Deutsche Volksnamen für den Ginkgo, wie z.B. Fächerblattbaum, Entenfuß-, Elefantenohr- oder japanischer Tempelbaum sind kaum gebräuchlich.
Ginkgo in der Kunst
Eines von vielen Kunstwerken, die den Ginkgo
zum Thema haben
In der Kunst Ostasiens ist der Ginkgo seit Jahrhunderten präsent, vor allem die Blätter dienen dort als künstlerisches Motiv. Im Kunsthandwerk wurden Ginkgo-Motive zunächst in Japan verwendet. Auch hierzulande inspirierte der Ginkgo-Baum Künstler, Philosophen und Dichter – darunter Johann Wolfgang von Goethe und Wolfgang M. Ludwig. Das Ginkgo-Blatt-Motiv zierte überdies Schmuck, Vasen, Becher und Kannen und entwickelte sich zunehmend zu einem Souvenir und Kultgegenstand für Goethe-Verehrer.
Auch heutzutage ist Ginkgo aus der Kunst nicht wegzudenken: So widmet sich der Berliner Aktionskünstler Ben Wargin als Baumpate seit Jahrzehnten der Verbreitung und dem Erhalt des Ginkgos – ob durch groß angelegte Pflanzaktionen oder durch das „Parlament der Bäume" an der ehemaligen Mauer, nahe des Berliner Reichstags.
Vor einigen Jahren beschäftigten sich, auf Anregung und mit Unterstützung des Unternehmens Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel, elf Kunststudenten der Kunstakademie Stuttgart ein halbes Jahr lang mit dem Thema Ginkgo. In allen Arbeiten wurde mit dem Ginkgo-Blatt mit Lust und Motivation künstlerisch experimentiert.
Hier finden Sie einige dieser Arbeiten...
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