Aufbau und Funktion des Gehirns

Unser Gehirn ist Teil des Zentralnervensystems (ZNS). Es empfängt permanent Reize aus unserer Umgebung, muss diese bewerten, mit bestehendem Wissen verknüpfen und gegebenenfalls speichern oder verwerfen.

Es befindet sich unterhalb der festen Schädeldecke, durch die es vor Verletzungen geschützt wird. Dort schwimmt es im Hirnwasser, dem sogenannten Liquor. Von oben betrachtet, sind die zwei Gehirnhälften (Hemisphären) zu sehen, denen unterschiedliche Aufgaben zukommen. Beim Großteil der Menschen gilt die linke Gehirnhälfte als der Ort, an dem Sprache, Rechnen und logisches Denken beheimatet sind. Bilder, Musik sowie räumliches Vorstellungsvermögen und die Erkennung von Gesichtern werden hingegen in der rechten Gehirnhälfte verarbeitet. Ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen linker und rechter Hemisphäre findet dabei über ein dickes Bündel aus Nervenfasern, den sogenannten Balken, statt.

Grob lässt sich der Aufbau des menschlichen Gehirns in die Bereiche Hirnstamm, Kleinhirn und Großhirn unterteilen. Jedem Teil des Gehirns kommt dabei eine spezifische Funktion zu.

Das Großhirn macht etwa 80 Prozent der gesamten Hirnmasse aus. Es wird von der gefalteten und etwa zwei bis vier Millimeter dicken Großhirnrinde umschlossen. Allgemein kann das Großhirn wiederum in die Bereiche (1) Frontallappen (Stirnlappen), (2) Parietallappen (Scheitellappen), (3) Temporallappen (Schläfenlappen) und (4) Okzipitallappen (Hinterhautlappen) unterteilt werden. Den einzelnen Hirnlappen kommen dabei unterschiedliche psychische Funktionen zu. So befindet sich etwa im vorderen Teil des Frontallappens der Arbeitsspeicher, der als Management-Zentrale für die Informationsverarbeitung gilt.

Gehirnregionen in einer schematischen Darstellung.

Der Arbeitsspeicher ist an sämtlichen bewussten Vorgängen beteiligt ist. Daher gilt er auch als Ort des Denkens, Lernens und Handelns.

Als evolutionär ältester Teil unseres Gehirns gilt der (5) Hirnstamm. Hier werden vor allem unbewusst ablaufende Vorgänge im Körper reguliert. Dazu zählen etwa der Herzschlag und die Atmung. Auch elementare Verhaltensweisen, wie Reflexe werden von hier gesteuert. Das Stammhirn bildet die Schnittstelle zwischen Rückenmark und übrigem Gehirn.

Das (6) Kleinhirn, als zweitgrößter Teil des Gehirns, koordiniert die Bewegung unserer Muskeln und sorgt dafür, dass wir im Gleichgewicht bleiben.

Nur durch die komplexe Vernetzung der Hirnregionen untereinander ist es möglich, flexibel auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren und sich in stets neuen Situationen zurechtzufinden.